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Hans-Werner Rickert, Herausgeber der Groß Niendorfer Chronik, verstorben

Groß Niendorf (hbi) - Am 14. April 2017 ist nach schwerer Krankheit überraschend der Heimatforscher und Chronist Hans-Werner Rickert im Alter von nur 60 Jahren verstorben. Er wurde am 23.02.1957 als Sohn von Marianne und Werner Rickert in Groß Niendorf geboren. Am 25.04.2017 fand eine Trauerfeier in der Kapelle Leezen statt.

2002 brachte Hans-Werner die Chronik Groß Niendorf "Geschichte, Geschichten und Ansichten eines Dorfes" heraus:
Eine Chronik für Groß Niendorf zu erstellen, war für mich eine große Herausforderung. Diese stellte sich, als mir im Sommer 1999 die Frage "willst Du nicht eine Chronik für Groß Niendorf schreiben?" von meinem Onkel Heinz Rickert gestellt wurde. Auf der Suche nach neuen Berufswegen war ich offen hierfür, denn seine Frage resultierte aus vielen neugierigen Fragen meinerseits, die ich ihm in dieser Zeit häufiger stellte.

Nun begann für mich ein spannender Teil meines Lebens. Bei einigen Freunden und Verwandten stieß diese Tätigkeit doch auf merkwürdige Kommentare, wie z.B. "das ist doch eher ein Job für Rentner!" oder "kann man damit Geld verdienen?". Na ja, die Lust zum Forschen und Schreiben war da und es hatte sich schnell herausgestellt, daß es eine aufregende Sache ist, etwas Neues anzufangen, was ich vorher noch nie probiert hatte. Doch vorher mußte ja noch der Segen des Bürgermeisters und des Gemeinderates eingeholt werden. Hier fand ich ein offenes Gehör und schnell Zustimmung zu diesem Werk.

Damals konnte ich nicht absehen, welchen Umfang diese Arbeit annehmen würde. Groß Niendorf ist doch so ein kleines Dorf, und viel ist da bestimmt nicht passiert. Denkste! Das ganze erschien am Anfang wie ein Faß ohne Boden. Die Arbeit brachte es mit sich, daß immer neue Themen aufgemacht wurden, für die Archive und Bibliotheken gesucht und angesprochen werden mußten, von denen ich vorher gar nicht wußte, daß sie existierten.

Ich konnte nicht umhin, einige Geschehnisse im Dorfe in einem geschichtlichen Rahmen einzubetten. Meiner Ansicht nach gibt der geschichtliche Hintergrund erst vielen Geschehnissen einen Sinn. Hier sind auch die größten Schwierigkeiten entstanden. Schnell hatte es sich herausgestellt, daß die gelesene Geschichtsliteratur in einigen Bereichen widersprüchlich ist. Mir wurde erklärt, daß die Forschung immer neue Erkenntnisse bringt und neue Hilfsmittel, wie z. B. die Radiocarbonmethode, alte Erkenntnisse überholt erscheinen lassen. Eine zufällige Begegnung hatte andeuten lassen, daß die Genforschung auch noch einmal neue Erkenntnisse in die Geschichtsforschung bringen wird. Hier bin ich nicht so in die Tiefe gegangen. Die Beschreibung des geschichtlichen Hintergrundes entstammt aus den im Literaturverzeichnis aufgeführten Schriften und ist auch nur ein Bruchteil dessen, was tatsächlich in der Vergangenheit vorgefallen ist. Ich habe versucht, es so allgemein wie möglich zu halten.

Eine andere Frage stellte sich. Wann fängt Geschichte an? Erst dann mit der Geschichte zu beginnen, wenn die offizielle Geschichtsschreibung bzw. Unterlagen über das Dorf vorliegen, hielt ich für zu wenig, denn das Dorf war mit Sicherheit vor 1249 besiedelt. Ob durchgehend Menschen hier wohnten, wissen wir nicht mit Sicherheit zu beantworten. Archäologische Funde weisen auf eine sehr frühe Besiedlung. Auch wenn sie sich nicht Niendorfer nannten, so gab es auf dem Gebiet des heutigen Groß Niendorf Menschen die hier lebten und sich Bewohner eines Dorfes mit einem anderen Namen nennen konnten.

Einigen Lesern mag dieses Werk auch zu umfangreich sein. Hier war es schwer genug, immer wieder abzugrenzen und zu fragen, nehme ich es mit oder nicht? Der Titel dieses Buches ist nicht mit "Chronik" benannt, denn eine Chronik sollte lückenlos sein. Da auch Geschichten von Bewohnern das ganze interessanter machen, ist die Namengebung so ausgefallen, wie sie jetzt ist. - Trotzdem, von dem ursprünglichen Werk mußte aus Platzgründen viel gekürzt werden. Der gesamte Urentwurf befindet sich in Händen der Gemeinde und kann dort auf Verlangen ausgeliehen werden.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich all denen danken, die mich bei meiner Arbeit unterstützt und mir geholfen haben. Hervorzuheben sind hier der "Arbeitskreis Geschichte" unter dem Dach des Heimatvereins, wo ich häufig quellenspezifische Fragen beantwortet bekam, die Mitarbeiter der Archive und der Bibliotheken, die immer Verständnis für mein Anliegen und auch für meine Unerfahrenheit auf diesem Gebiet zeigten. Herrn Günther Bock aus Großhansdorf habe ich für die Durchsicht der Kapitel aus dem Mittelalter zu danken. Meine Nachbarin Renate Hofmann in Hamburg hatte viel Zeit verwendet, um erste Korrektur meiner Texte zu lesen. Heinz Rickert aus Gelting hatte die Anregung für viele Sachverhalte und Themen gegeben und übernahm neben der Darstellung einiger Themenbereiche auch die zweite Korrekturlesung, Stefan Hillgruber aus Groß Niendorf haben wir die Bilder der Gegenwart zu verdanken, Fritz Hillgruber aus Ratzeburg die dritte Korrekturlesung. Meine Familie in Groß Niendorf hatte auch mehr Aufwendungen durch meine Tätigkeit. Ohne die Mitwirkung und Unterstützung der Gemeinde Groß Niendorf und dem Chronikausschuß mit Holger Bischoff, Claus Fahrenkrog und Norbert Klopsch, wäre das ganze Werk nicht zustande gekommen.

Letztlich natürlich noch ein Dankeschön an alle gegenwärtigen und ehemaligen Bewohner, die sich für meine Fragen viel Zeit genommen hatten, immer offen und hilfsbereit waren und teilweise auch selbst Geschichten aufgeschrieben haben.
Hamburg, im Mai 2002 gez. Hans-Werner Rickert.

2014 erschien eine Ergänzung zur Chronik Groß Niendorf: der Bildband "Ein Rundgang durch unser Dorf in Bildern von einst und jetzt". Hans-Werner Rickert schloss sich der Arbeitsgemeinschaft Bildband an, half bei der Sichtung der rund 5000 historischen uns aktuellen Fotos und deren Beschriftung, was über drei Jahre in Anspruch nahm. Die Aufnahmen umfassen eine Zeitspanne von rund 100 Jahren.

"Hans-Werner, wir werden Dich vermissen." - Holger Bischoff

(aktuell bis 01.05.2017 - der Artikel wurde 1158 x aufgerufen)


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Holger Bischoff

 

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